EM 2020 Stadien
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Die Europameisterschaft 2020 wird das erste große Turnier sein, das nicht in nur einem oder zwei Ländern stattfindet, sondern verteilt über einen gesamten Kontinent. Insgesamt 12 europäische Städte fungieren mit jeweils einem Stadion als Spielort der EM 2020, die anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Turnieres in dieser Form ausgetragen wird, die aber eine Ausnahme bleiben wird. Auf dieser Seite erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Thema EM 2020 Stadien.

Nach Bekanntwerden der Pläne der UEFA haben zunächst 32 Nationen bzw. Städte ihr Interesse an der Austragung von EM-Spielen signalisiert, doch konkret eingegangen sind in letzter Konsequenz dann nur 19 Bewerbungen, von denen Skopje (Mazedonien), Solna (Schweden), Sofia (Bulgarien), Minsk (Weißrussland), Jerusalem (Israel) und Cardiff (Wales) eine Absage erhielten.

Hohe Zuschauer-Kapazität als Grundvoraussetzung

Skopje, Sofia und Minsk sind auch an den Vorgaben der UEFA gescheitert, wie für die Ausrichtung von EM-Spielen eine Stadionkapazität von mindestens 50.000 Plätzen vorgeschrieben hat. Die drei Städte erfüllten dieses wesentliche Kriterium mit ihren Stadien nicht. Bis zu zwei Ausnahmeregelungen hat die UEFA im Vorfeld zwar als möglich erklärt, doch letztlich griff nur für das Parken in Kopenhagen mit seinem 38.190 Plätzen eine entsprechende Sonderregel. Alle anderen Stadien der EM 2020 haben Platz für mindestens 50.000 Zuschauer, wobei für die entscheidenden Spiele noch weitere Abstufungen gelten.

So war schon in der Bewerbungsphase klar, dass Viertelfinal-Spiele nur in Stadien mit mindestens 60.000 Plätzen stattfinden und für die Finalrunde bestehend aus den beiden Halbfinalspielen und dem Endspiel galt sogar eine Vorgabe von 70.000 Plätzen.

Ebenfalls schon vor der Vergabe der EM-Spiele teilte die UEFA mit, dass nach Möglichkeit alle Gastgeberländer in der Vorrunde zwei Heimspiele erhalten sollen. Ob sich das in die Tat umsetzen lassen wird, hängt freilich zum einen davon ab, welche Mannschaften sich für die Endrunde qualifizieren und zum anderen von der Auslosung. Qualifizieren sich alle 12 gastgebenden Nationen, was zumindest theoretisch möglich ist, könnte es schwierig werden, jedem zwei Heimspiele zu gewähren. Ab dem Achtelfinale gibt es dann aber keinerlei Rücksichtnahme mehr auf einen möglichen Gastgeber.

Halbfinale und Endspiel im Wembley-Stadion

EM 2020 Stadien: Wembley
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Zum dritten Mal nach der WM 1966 und der EM 1996 wird ein großes Turnier im Londoner Wembley-Stadion entschieden, das sich bei der Vergabe der Finalrunde letztlich gegen die Allianz Arena in München durchsetzen konnte. Allerdings ist das Wembley-Stadion nicht mehr das gleiche wie 1996 oder gar 1966, sondern zwischen 2002 und 2007 komplett neu errichtet worden. Mit 90.652 Plätzen ist die “Kathedrale des Fußballs“ das größte aller EM-Stadien und wird sicherlich einen höchst würdigen Rahmen für das Finale bieten. Endspiel-Erfahrung hat auch das neue Wembley schon reichlich. Neben dem alljährlichen Finale im FA-Cup fanden im Norden Londons seit dem Neubau auch die Endspiele der Champions League 2011 und 2013 statt.

Viertelfinale in Rom, München, Baku und St. Petersburg

Während die Finalrunde zentral in London stattfindet, wird das Viertelfinale der EM 2020 jeweils zur Hälfte in Mittel- und Osteuropa ausgetragen. Mit der Münchner Allianz Arena (69.344 Plätze) und dem Stadio Olimpico (72.689 Plätze) in Rom gehören zwei in der europäischen Fußballwelt beste bekannte Stadien zu den Austragungsorten. Beide waren auch erst in jüngerer Vergangenheit Schauplatz des Champions-League-Endspiels – München 2012 und Rom 2009.

Neu auf ganz großer Bühne sind dagegen die Stadien in Baku und St. Petersburg. Das Nationalstadion Baku mit seinen 69.870 Plätzen ist ein absolutes Schmuckkästchen und seit der Eröffnung 2015 definitiv eine der modernsten Spielstätten überhaupt. Noch vor der EM 2020 findet am Ende der Saison 2018/19 in Baku mit dem Finale der Europa League ein erster Highlight auf europäischer Ebene statt. Das Krestowski-Stadion in St. Petersburg (69.501 Plätze), das den Kostenplan mächtig gesprengt und am Ende 930 Millionen Euro verschlungen haben soll, feiert derweil bereits im Sommer 2018 als Spielstätte der WM 2018 Premiere bei einem großen Turnier.

Jeweils drei Gruppenspiele und ein Achtelfinale in acht Stadien

Acht weitere Stadien sind derweil mit einem Achtelfinale sowie jeweils drei Gruppenspielen bei der EM 2020 vertreten. Das kleinste Stadion ist das schon erwähnte Parken  (38.190 Plätze) in Kopenhagen, das als Vertreter Skandinaviens den Zuschlag erhalten hat.

Gleich zwei weitere Spielorte neben London gibt es auf der Insel. Im Hampden-Park (52.500 Plätze) in Glasgow und Aviva Stadium (51.700 Plätze) in Dublin sind bekannt für ihre fantastische Atmosphäre, wenn die jeweils heimischen Nationalmannschaft aus Schottland oder Irland auf dem Rasen steht. Aber auch bei allen anderen EM-Spielen muss man sich dort um die Atmosphäre keine Sorgen machen.

Das dürfte gleichermaßen freilich auch für die übrigen fünf Stadien gelten. Während das Neue Nationalstadion (65.000 Plätze) in Budapest, das nach Ferenc Puskas benannt werden soll, noch nicht fertig ist, waren die Amsterdam Arena (52.960 Plätze) in Amsterdam, das San Mamés (50.000 Plätze) in Bilbao und auch die Arena Națională (55.600 Plätze) in Bukarest schon mehrfach Schauplatz großer Spiele.

Alle 12 EM 2020 Stadien in der Übersicht

LandAustragungsportStadionKapazität
AserbaidschanBakuBaku Olympiastadion68.000
DänemarkKopenhagenTelia Parken38.076
DeutschlandMünchenAllianz Arena67.812
EnglandLondonWembley Stadion90.000
IrlandDublinAviva Stadion51.700
ItalienRomOlympiastadion72.698
NiederlandeAmsterdamAmsterdam Arena52.960
RumänienBukarestNeues Nationalstadion (Neubau)65.000
RusslandSankt PetersburgGazprom-Arena69.501
SchottlandGlasgowHampden Park5.2500
SpanienBilbaoEstadio de San Mamés50.000
UngarnBudapestNeues Nationalstadion (Neubau)65.000